Vertrag, Autorenvertrag, Herausgeber

Fünf Tipps für Herausgeber im Eigenverlag

In meinem ersten Blogbeitrag habe ich Euch bereits von meinem Buch Wirtschaftsfaktor Gesundheit berichtet, auf das ich sehr stolz bin und für das wir bisher ausschließlich positives Feedback bekommen haben. Aber der Weg dahin war steinig! Damit andere sich nicht mit den gleichen Problemen herumschlagen müssen wie ich, habe ich fünf Tipps für Herausgeber im Eigenverlag zusammengestellt.

 

Warum Herausgeber im Eigenverlag?

Die Idee, ein Buch zu veröffentlichen, hat mich schon einige Zeit begleitet. Mit dem HCC-Magazin betreibe ich schon seit ein paar Jahren eine Plattform, die sich mit BGM beschäftigt. Und BGM wird für Unternehmen aufgrund von gesellschaftlichen Entwicklungen wie dem demografischen Wandel immer wichtiger. Deshalb habe ich es letztes Jahr angepackt und mein Buchprojekt zusammen mit vielen Autoren gestartet! Aber, wie ich festgestellt habe, ist das gar nicht so einfach. Denn wenn man ein Buch herausgeben möchte, dann braucht man einen Verlag. Und der Verlag will Geld – schließlich übernimmt er die organisatorische Arbeit, z.B.

  • Vermarktung
  • Koordination mit Druckerei
  • Rechtliche Fragen
  • Dinge wie ISBN-Nummer, Koordination mit dem Buchhandel etc.

Nein Danke, ich bringe mein Buch mit meinem Medienunternehmen FOMACO selbst heraus!, dachte ich. Und: Es hat super geklappt! Aber: Es gab auch ein paar Fragen, die mich viel Zeit und Nerven gekostet haben, bis ich Sie beantwortet hatte. Und davon erzähle ich Ihnen jetzt.

1. Rechtsfragen

Vertrag, Autorenvertrag, Herausgeber
Mit einem Autorenvertrag ist man als Herausgeber rechtlich auf der sicheren Seite. (Bild: Tim Reckmann / pixelio.de)

Mit Wirtschaftsfaktor Gesundheit bin ich Herausgeber eines Sammelbandes. Das bedeutet: Viele Autoren schreiben jeweils Beiträge zu einem bestimmten Thema. Da ist natürlich wichtig zu klären, wer die Rechte an den Texten hat – der Herausgeber? Oder der Autor? Dafür gibt es den Autorenvertrag, den man als Verlag bzw. Herausgeber mit den Autoren abschließt. In ihm ist geregelt, dass

  • das Werk in seiner Gesamtheit urheberrechtlich geschützt ist.
  • die Autoren ihre Beiträge nicht in anderen Büchern textgleich veröffentlichen dürfen.
  • die Autoren aber Auszüge oder Kurzfassungen online oder in Zeitschriften veröffentlichen dürfen, da das auch Aufmerksamkeit für das Buch und damit die Verkaufszahlen steigert.
  • die Autoren nach der Endabnahme für eventuell verbleibende Fehler oder fehlende / falsche Rechteangaben (z.B. bei Bildern) selbst verantwortlich sind und haftbar gemacht werden (können).

2. Vorbereitung

Zugegeben: Ich habe mir das mit dem Herausgeber-Sein etwas weniger aufwändig vorgestellt. Ein Buch herausgeben – also schreiben lassen? Das klingt erstmal einfach. Aber den organisatorischen Aufwand sollte man nicht unterschätzen. Tatsächlich muss man an ziemlich viel denken, wenn man 33 Autoren „auf Linie“ bringen muss. Auch wenn jeder Autor seinen eigenen Stil hat und auch haben darf – bestimmte Dinge sollten einheitlich sein, da es ja ein Buch ist. Deshalb habe ich an alle ein so genanntes Factsheet verschickt, in dem bestimmte Infos standen, z.B.

  • wann Zahlen ausgeschrieben werden, wann nicht
  • welche Abkürzungen verwendet werden (z.B., bzw., ggf. …)
  • welche Zeichen zulässig sind und welche ausgeschrieben werden (z.B. % oder Prozent?)
  • wie Abbildungen und Tabellen beschriftet und nummeriert werden

3. Lektorat

Wenn Sie ein Factsheet verbreitet haben und das Glück hatten, dass Ihre Autoren das auch berücksichtigt haben, dann ist das schon mal die halbe Miete. Trotzdem müssen Sie natürlich noch die Beiträge Korrektur lesen, eventuell die Vorgaben aus dem Factsheet einarbeiten und auf Rechtschreibung und Tippfehler prüfen. Dann geht er zur Endabnahme nochmal an die jeweiligen Autoren.

Machen Sie das Lektorat unbedingt vor der Formatierung! Denn ist der Text erstmal in Redaktionsprogrammen eingespeist, wird die Korrektur schwieriger (alle Absätze verschieben sich ständig und andere Ärgernisse…).

4. Das VLB

VLB, Herausgeber, Buchhandel
Homepage des VLB. (Screenshot von vlb.de)

Als Herausgeber im Eigenverlag muss man sich wirklich um alles selbst kümmern. Z.B. hatte ich mir vor meinem Buchprojekt noch nie Gedanken um die ISBN Nummer gemacht. Oder um die Deutsche Nationalbibliothek, in der alle Bücher gelistet werden. Nach ein wenig Recherchearbeit habe ich die Schnittstelle gefunden, die solche Fragen beantwortet: Das Verzeichnis lieferbarer Bücher, kurz VLB. Alle Bücher, die darin gelistet sind, kann man im Buchhandel kaufen und bei Amazon und Co. bestellen. Mit wenig Aufwand kann man seine Daten dort online eingeben. Die Kosten orientieren sich an den zur Verfügung gestellten Daten (je mehr, desto größer die Verkaufschancen, desto geringer der Preis).

5. Vermarktung

Jetzt müssen Sie das Buch „nur“ noch verkaufen! Vor allem wenn Sie Herausgeber im Eigenverlag sind, müssen Sie nun Ihr Buch vermarkten. Prominente Namen (bei Wirtschaftsfaktor Gesundheit habe ich z.B. den ehemaligen FIFA-Schiedsrichter Urs Meier ins Boot holen können, oder den bekannten Fernsehjournalisten Dr. Franz Alt) helfen dabei. Denn deren Bekanntheit und Reichweite können Sie wiederum nutzen, um Aufmerksamkeit in den Medien zu gewinnen. Und natürlich gilt:

  • verschiedene Kanäle nutzen: Online und offline (Cross-Channel-Marketing)
  • auf Fachmessen präsent sein
  • sich öffentlich zum Thema äußern (online und offline)
  • Informationen mit Mehrwert (kostenlos und vorab!) zur Verfügung stellen

Ich habe viel gelernt bei diesem ersten Buchprojekt. Bei künftigen geplanten Büchern werde ich als Herausgeber schon mit Erfahrung an die Sache herangehen – und ich hoffe, dass meine Erfahrungen auch anderen helfen!

Tags:

Buch, Bücher, Bücherei, Experte, Expertenstatus

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